Dietmar Hamann hat die Gehaltspolitik des FC Bayern scharf kritisiert. In seinem neuen Buch nimmt der frühere Nationalspieler besonders Jamal Musiala und die Vertragsstrategie der Münchner ins Visier.
Ende Mai erscheint Hamanns neues Buch „Der Spielverderber – 45 ungeschminkte Wahrheiten von Deutschlands ehrlichstem Fußballexperten“, das er gemeinsam mit Journalist Oliver Fritsch geschrieben hat. Bereits vor Veröffentlichung sorgen erste Auszüge für Diskussionen – vor allem an der Säbener Straße.
Hamann sieht beim FC Bayern ein grundsätzliches Problem in den Vertragsverhandlungen und legt dabei den Finger tief in die Wunde.
Hamann: „Beim FC Bayern entscheiden die Berater“
Besonders kritisch bewertet der 52-Jährige die Machtverhältnisse bei Verhandlungen mit Spielern und deren Umfeld. „Manchmal habe ich den Eindruck, bei Real, Barcelona, PSG, Liverpool und City entscheidet der Verein, beim FC Bayern entscheiden die Berater. Oder sonst wer“, schreibt Hamann.
Als Beispiele nennt der ehemalige Bayern-Profi unter anderem die langwierigen Gespräche mit Dayot Upamecano sowie den Abgang von Leroy Sané zu Galatasaray Istanbul. „Mit Leroy Sané wollten die Bayern verlängern, gaben ihm Zeit bis in den August. Doch er ging lieber in die türkische Liga. Es war der Spieler, der die Entscheidung traf“, so Hamann.
Besonders deutlich wird der TV-Experte beim Thema Jamal Musiala. Laut Hamann liege das Gehalt des Nationalspielers deutlich höher als bislang öffentlich angenommen. „Der prägnanteste Beleg ist Jamal Musiala. Sein Vertrag sieht nicht wie kolportiert 25 Millionen vor, sondern meines Wissens bis zu 30 Millionen Euro im Jahr, zuzüglich Beraterhonorar“, behauptet Hamann.
Für den ehemaligen Nationalspieler ist diese Summe bei einem 22-Jährigen problematisch. „Das halte ich für einen 22-Jährigen für viel zu viel“, erklärt er weiter.
Kritik an Bayern-Gehaltsstruktur

Hamann sieht generell eine gefährliche Entwicklung beim Rekordmeister. Auch Joshua Kimmich, Alphonso Davies und Dayot Upamecano führt er als Beispiele an.
Kimmich habe seinen Vertrag „zu selben Bezügen“ verlängert, Upamecano sollen laut Hamann rund 20 Millionen Euro jährlich angeboten worden sein. Bei Davies kritisiert er vor allem die langfristige Vertragslaufzeit bis 2030 bei gleichzeitig hohem Salär.
Für Hamann sendet der FC Bayern damit die falschen Signale in den Markt. „Das spricht sich natürlich unter Beratern herum“, schreibt er.
Gleichzeitig glaubt Hamann, dass Musialas Rolle innerhalb der Mannschaft durch den Mega-Vertrag eine neue Dimension bekommt. „In der Kabine wird er jetzt nicht mehr als Talent gesehen, dem man einiges nachsehen sollte, sondern als Spitzenverdiener, der liefern muss“, so der frühere Mittelfeldspieler.
Musiala hatte sich zuletzt nach langer Verletzung zurückgekämpft und kam in der abgelaufenen Saison auf drei Tore und vier Vorlagen in 14 Einsätzen.

