Kimmich vor WM-Auftakt: „Wir wollen Deutschland stolz machen“

Vjekoslav Keskic
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Joshua Kimmich geht als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in seine erste Weltmeisterschaft als Anführer des DFB-Teams. Vor dem Auftaktspiel gegen Curaçao sprach der Bayern-Profi über seine besondere Verantwortung, die aktuelle Stimmung im Land und die Hoffnung, mit der Nationalmannschaft eine ähnliche Begeisterung auszulösen wie beim Sommermärchen 2006.

Wenn Deutschland am Sonntagabend gegen Curaçao in die Weltmeisterschaft startet, wird Joshua Kimmich die Mannschaft erstmals bei einem großen Turnier als Kapitän auf das Feld führen. Für den 31-Jährigen ist es ein besonderer Moment – und zugleich eine große Verantwortung.


Im Interview mit der BILD machte der Mittelfeldspieler deutlich, dass die deutsche Nationalmannschaft weit mehr als nur sportliche Ziele verfolgt. „Ja, wir wollen Deutschland stolz machen! Das ist das oberste Ziel“, erklärte Kimmich. „Wir wissen, dass wir hier unser ganzes Land repräsentieren.“

Nach den enttäuschenden Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sowie dem Aus im Viertelfinale der Heim-EM 2024 soll das DFB-Team diesmal wieder für Euphorie sorgen.

Kimmich hofft auf einen WM-Effekt wie 2006

Besonders bemerkenswert sind die Aussagen des Bayern-Stars zur aktuellen gesellschaftlichen Stimmung in Deutschland.

Kimmich machte kein Hehl daraus, dass er eine gewisse Unzufriedenheit und Unsicherheit im Land wahrnimmt. „Selbstverständlich spüre ich die aktuelle Unzufriedenheit in Deutschland und auch, dass es politisch und gesellschaftlich ziemlich unruhig ist“, sagte der DFB-Kapitän.

Gerade deshalb sieht er den Sport in einer besonderen Rolle. „Im Sommer 2006 hat die WM Deutschland extrem geholfen und verändert. Wir haben der ganzen Welt eine Offenheit gezeigt, die das Bild über uns bis heute prägt.“

Auch wenn Deutschland diesmal nicht Gastgeber ist, hofft Kimmich darauf, dass die Nationalmannschaft eine ähnliche Wirkung entfalten kann – diesmal allerdings vor allem nach innen.

Der Bayern-Profi sprach dabei auch ein Thema an, das ihm besonders wichtig ist: gesellschaftlicher Zusammenhalt. „Ich würde mir wünschen, dass in Deutschland wieder ein positiver Patriotismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich sind – ohne dabei andere auszugrenzen“, erklärte Kimmich.

Dabei verwies er auf die Vielfalt innerhalb der Nationalmannschaft. „Wenn man sich unsere Mannschaft anschaut, haben wir schon sehr viele Spieler mit verschiedener Herkunft, verschiedenen Religionen und aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Gemeinsam wollen wir erfolgreich sein.“

Für Kimmich kann die Nationalelf damit auch ein Vorbild für das gesellschaftliche Miteinander sein.

Vertrauen in die eigene Stärke

Joshua Kimmich
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Sportlich sieht der Bayern-Star die deutsche Mannschaft trotz großer Konkurrenz gut aufgestellt. „Wir zählen jetzt nicht zu den ganz großen Favoriten, aber das müssen wir auch gar nicht“, betonte Kimmich.

Entscheidend sei vielmehr, dass die Mannschaft an ihre eigenen Qualitäten glaube und ihr Potenzial auf den Platz bringe. „Wichtig ist nur, dass wir wissen, wie gut wir sein können, wenn wir gewisse Dinge auf den Platz bringen.“

Für Kimmich persönlich ist die Rolle als Kapitän eine weitere Krönung seiner Karriere. Seit elf Jahren spielt er für den FC Bayern, seit zehn Jahren für die deutsche Nationalmannschaft. Dass er nun die Kapitänsbinde bei einer Weltmeisterschaft trägt, erfüllt ihn mit Stolz.

Besonders die Tradition der deutschen Weltmeister-Kapitäne beeindruckt ihn. „Fritz Walter, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Philipp Lahm – das sind große Namen“, sagte Kimmich.

Gleichzeitig sieht er darin einen zusätzlichen Ansporn. „Ein umso größerer Ansporn ist es, das zu ändern“, erklärte der 31-Jährige mit Blick auf den Wunsch, selbst als Weltmeister-Kapitän in diese Reihe aufgenommen zu werden.

Der erste Schritt auf diesem Weg soll jetzt gegen Curaçao gelingen. Für Kimmich steht dabei nicht nur das Ergebnis im Vordergrund, sondern auch die Art und Weise, wie sich Deutschland präsentiert.

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