„Wo ist die Aura?“: Scharfe Kritik an Neuer nach Ecuador-Pleite

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAFO

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Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre Gruppenphase bei der Weltmeisterschaft mit einer 1:2-Niederlage gegen Ecuador beendet. Besonders Manuel Neuer gerät nach dem Auftritt zunehmend in den Fokus der Kritik. Fans und Experten hinterfragen das Comeback des Bayern-Keepers.

Die DFB-Elf musste im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft einen Dämpfer hinnehmen. Trotz einer frühen Führung unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann Ecuador mit 1:2 und offenbarte dabei in nahezu allen Mannschaftsteilen Schwächen.


Vor allem Manuel Neuer rückte nach der Partie in den Mittelpunkt der Diskussionen. Der 40-Jährige machte bei beiden Gegentreffern keine glückliche Figur und musste sich anschließend deutliche Kritik gefallen lassen.

Neuer bei beiden Gegentoren unglücklich

Bereits beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Angulo wirkte Neuer zögerlich. Der Bayern-Keeper entschied sich spät, aus seinem Tor zu kommen, und konnte den Treffer letztlich nicht verhindern.

Auch beim entscheidenden 1:2 durch Gonzalo Plata sah der Weltmeister von 2014 nicht gut aus. Neuer griff ins Leere und kam erneut einen Schritt zu spät.

Hinzu kamen mehrere Abstimmungsprobleme mit Bayern-Teamkollege Jonathan Tah, wodurch die deutsche Defensive insgesamt keinen stabilen Eindruck hinterließ.

Auffällig ist zudem eine Statistik: Nach den drei Gruppenspielen musste Neuer bereits vier Gegentreffer hinnehmen. Sowohl gegen Curaçao als auch gegen die Elfenbeinküste kassierte der Bayern-Kapitän jeweils einen Treffer, nun kamen gegen Ecuador zwei weitere hinzu.

Experten vergeben schlechte Noten

Auch in den Medien fiel das Urteil entsprechend kritisch aus. Mehrere große Sportredaktionen, darunter kicker, BILD und SPORT1, bewerteten Neuers Leistung mit einer mangelhaften Note.

Vor allem sein Stellungsspiel bei den Gegentoren und seine fehlende Präsenz im Strafraum wurden dabei bemängelt.

Die Diskussion erhält zusätzlich Brisanz, weil Oliver Baumann während der WM-Qualifikation und in den Testspielen vor dem Turnier solide Leistungen gezeigt hatte, ehe Bundestrainer Julian Nagelsmann kurz vor der Weltmeisterschaft auf Neuer als Nummer eins setzte.

Fans hinterfragen Neuers Comeback

Auch in den sozialen Netzwerken wird das Comeback des Bayern-Torhüters inzwischen kontrovers diskutiert.

Vor allem jene Fans, die eine Rückkehr Neuers bereits vor dem Turnier kritisch gesehen hatten, fühlen sich nach den ersten drei Gruppenspielen bestätigt.

Ein Nutzer auf der Plattform X schrieb: „Kann noch mal jemand erläutern, warum Manuel Neuer nach seiner statistisch gesehen durchschnittlichen Saison unbedingt mit zur WM musste? Wo ist die angebliche Aura?“

Ein anderer stellte die von Nagelsmann mehrfach hervorgehobene Ausstrahlung des Torhüters infrage: „Manuel Neuer ist auch bei den Bayern nicht der beste Torwart. Der hat im DFB-Tor nichts verloren. Von der ‚Aura‘, von der Nagelsmann immer redet, merke ich nichts. Für mich ist Neuer mehr Unsicherheitsfaktor als Unterschiedsspieler. Die Zeit ist vorbei.“

Trotz der zunehmenden Kritik spricht derzeit wenig dafür, dass Julian Nagelsmann seine Torwartentscheidung noch einmal überdenkt.

Der Bundestrainer hatte vor dem Turnier mehrfach betont, dass er auf Neuers Erfahrung, Führungsqualitäten und Präsenz setzt. Gerade in den K.-o.-Spielen soll der Weltmeister von 2014 der Mannschaft zusätzliche Stabilität verleihen.

Die Leistung gegen Ecuador wird die Debatte allerdings weiter anheizen. Klar ist: Sollte Neuer auch in der K.-o.-Phase erneut patzen, dürfte die Diskussion um seine Rückkehr noch einmal deutlich an Intensität gewinnen.

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