Es wird derzeit viel geschrieben rund um Manuel Neuer und seine Rückkehr in die Nationalelf. Die Debatte ist groß und es passiert derzeit eigentlich genau das, was während der WM nicht passieren sollte.
Denn: Es sollte Ruhe einkehren. Und das ist nicht der Fall, weil jeder Experte eine Meinung zur Neuer-Thematik hat. Christoph Kramer, ZDF-Experte, findet die Debatte auch ein wenig ungünstig, redete sich kürzlich live im TV fast in Rage.
Was allerdings bleibt ist der Eindruck, den Neuer auf dem Feld vermittelt. Der ein oder andere Pass kommt nicht in den Fuß, manch ein Abwurf landet direkt beim Gegner. Und viele Bälle pariert hat er auch noch nicht.
Neuer-Quote Anlass für Diskussionen
In der Welt der Statistiken gibt es auch für Torhüter sehr viel Material. Und eine Quote, die man daraus ablesen kann, ist alles andere als beruhigend, was Neuer und seine Leistungen angeht.

Neuer weist mit einer Paradenquote von 42,9 die niedrigste aller 40 bei diesem Turnier eingesetzten Torhüter mit drei Einsätzen auf. Gut ist das nicht. Bei den letzten drei Weltmeisterschaften lag er nie bei weniger als 60 %, 2014, als Deutschland Weltmeister wurde, war die Quote sogar absolut überragend, lag bei mehr als 80 %.
Nun gibt es Erklärungen, zum Beispiel, dass Deutschland gar nicht so viele Schüsse direkt auf das Tor bekam. Und bei den Gegentoren gegen die Elfenbeinküste und Cucarao war Neuer machtlos. Gegen Ecuador ließe sich dann darüber streiten, ob ein Fehler vorlag oder nicht. Was aber auf jeden Fall nach außen hin deutlich wahrnehmbar ist: Neuer ist kein außergewöhnlicher Torhüter mehr.
Er ist vielmehr ein erfahrener Torhüter, der punktuell noch Weltklasseleistungen zeigt. Für jemanden in seinem Alter ist das kein Drama, aber Bundestrainer Julian Nagelsmann begründete die Nominierung auch mit der besonderen “Aura”, die Neuer versprüht, wenn ein Gegenspieler vor ihm auftaucht. Bisher war davon nicht viel zu sehen.
Jetzt beginnt aber die Phase im Turnier, in der es so richtig interessant wird. Und vielleicht hat Neuer ja auch noch ein Ass im Ärmel, wird jetzt besonders wichtig. Falls nicht, dann dürfte die Debatte nur noch lauter werden.

