Mit dem WM-Aus gegen Paraguay endet eine der größten Karrieren in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Manuel Neuer bestätigte nach der bitteren Niederlage, dass das Turnier 2026 sein letzter Auftritt im DFB-Trikot war.
Für Manuel Neuer hätte die Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft kaum bitterer enden können. Nach dem überraschenden Aus im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay bestätigte der 40-Jährige, dass seine Zeit im DFB-Team beendet ist.
Im Interview bei MagentaTV wurde der Bayern-Kapitän gefragt, ob er sich vorstellen könne, die Nationalmannschaft auch bei einem möglichen Neuaufbau weiter zu unterstützen. Seine Antwort fiel eindeutig aus. „Nein, das ist extrem bitter, so aufzuhören“, erklärte Neuer sichtlich bewegt.
Der Weltmeister von 2014 machte deutlich, dass er sich ein anderes Ende seiner Nationalmannschaftslaufbahn gewünscht hätte.
„Wir hatten alles in der eigenen Hand und ich bin der Meinung, dass wir die richtigen Spieler da hatten, um das besser auf den Platz zu bringen, aber als Mannschaft haben wir es nicht hinbekommen, heute besseren Fußball zu zeigen.“
„Vielleicht eine Kategorie drunter“

Auch einen Einblick in die Stimmung nach dem Ausscheiden gab der Torhüter. „Der Trainer hat ein paar Worte an uns gerichtet, aber ansonsten ist es sehr still. Jeder ist traurig über das Ausscheiden.“
Vor allem offensiv habe Deutschland keine Lösungen gegen Paraguay gefunden. „Wir hatten nicht die Mittel und nicht die Durchschlagskraft, um uns die Möglichkeiten zu erspielen. Unser Plan war, über die Außenspieler hinter die Kette zu kommen. Wir wollten auch, so ähnlich wie das Tor von Kai Havertz, mit schnellen Bällen die rückwärtsverteidigende Abwehr von Paraguay durchbrechen.“
Auch zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Nationalmannschaft bezog Neuer Stellung. Auf die Frage, ob Deutschland mittlerweile nur noch zweitklassig sei, antwortete der Bayern-Keeper: „Wenn du dich messen willst mit Mannschaften wie Frankreich oder England, dann ist das vielleicht eine Kategorie drunter.“
Den Aussagen seines Teamkollegen Kai Havertz, der Deutschland nach dem Ausscheiden nur noch im internationalen Mittelmaß sah, wollte Neuer jedoch nicht vollständig folgen. „Das sind seine Worte“, stellte der 40-Jährige klar.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass das Ausscheiden gegen Paraguay aus seiner Sicht nicht zu entschuldigen sei. „Klar ist, dass du so einen Gegner schlagen musst.“
Mit dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere verabschiedet sich einer der erfolgreichsten deutschen Torhüter aller Zeiten von der internationalen Bühne. Nach fünf Weltmeisterschaften, dem WM-Titel 2014 und zahlreichen Rekorden endet eine außergewöhnliche DFB-Laufbahn mit einer großen Enttäuschung.

