Nübel-Fiasko: Bayern muss die richtigen Lehren ziehen

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Mit Alexander Nübel verlässt einer der ungewöhnlichsten Transfers der jüngeren Bayern-Geschichte den Verein. Sportlich spielte der Torhüter in München praktisch keine Rolle, finanziell wurde er dagegen zu einem kostspieligen Projekt. Sein Abschied sollte den Verantwortlichen deshalb als Warnung dienen.

Als Alexander Nübel im Sommer 2020 ablösefrei vom FC Schalke zum FC Bayern wechselte, schien der Plan klar: Der damals 23-Jährige sollte mittelfristig die Nachfolge von Manuel Neuer antreten. Auf dem Papier ergab dieser Schritt Sinn. In der Praxis entwickelte sich daraus jedoch ein Lehrstück dafür, wie schwierig eine Nachfolgeregelung hinter einer Vereinslegende sein kann.


Sechs Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Gerade einmal vier Pflichtspiele absolvierte Nübel im Bayern-Trikot. Stattdessen verbrachte er den Großteil seiner Vertragslaufzeit auf Leihbasis in Monaco und Stuttgart, ehe nun der endgültige Wechsel zu Besiktas Istanbul bevorsteht.

Bayern hat das Problem selbst geschaffen

Es wäre allerdings zu einfach, das Kapitel allein als gescheiterten Transfer abzutun. Vielmehr offenbart der Fall grundlegende Fehler in der Kaderplanung.

Der FC Bayern verpflichtete Nübel als designierten Neuer-Nachfolger, ohne einen realistischen Zeitplan für den Generationswechsel zu haben. Manuel Neuer verlängerte seinen Vertrag mehrfach, blieb sportlich unverzichtbar und ließ seinem Herausforderer praktisch keine Chance, sich nachhaltig zu beweisen.

Spätestens nach den erfolgreichen Leihjahren hätte der Klub eine Grundsatzentscheidung treffen müssen: Entweder Nübel erhält eine echte Perspektive als zukünftige Nummer 1 oder man trennt sich konsequent. Stattdessen entstand eine jahrelange Hängepartie, die weder dem Spieler noch dem Verein wirklich half.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Komponente. Selbst wenn die Bayern die kompletten Bonuszahlungen für Nübel erhalten sollten, hätte man diesen unter Marktwert verkauft und zusätzlich eine Abfindung gezahlt. Der Klub spart zwar künftig ein hohes Gehalt ein, dennoch bleibt der Eindruck, dass aus einem ambitionierten Zukunftsprojekt letztlich ein finanziell teurer Kompromiss geworden ist.

Ein Warnsignal für die Zukunft

Max Eberl
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Der Fall Nübel sendet aber noch eine ganz andere Botschaft. Verträge mit hohen Gehältern ohne klare sportliche Perspektive können sich langfristig rächen. Wenn Spieler am Ende trotz fehlender Rolle mit Abfindungen den Verein verlassen, wird dies intern ebenso aufmerksam registriert wie von Beratern und anderen Profis.

Gerade weil der FC Bayern seine Gehaltsstruktur zuletzt mehrfach als Baustelle identifiziert hat, sollte der Nübel-Abgang als Mahnung verstanden werden. Nicht jede Verpflichtung entwickelt sich wie geplant. Entscheidend ist dann jedoch, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen.

Für Nübel endet das Kapitel München mit einem Neustart in Istanbul. Für den FC Bayern sollte es der Schlusspunkt unter einer Personalie sein, deren wichtigste Erkenntnis lautet: Ein Nachfolger wird nicht allein durch einen Vertrag zum Nachfolger. Er braucht vor allem einen klaren Plan – und den Mut des Vereins, diesen auch umzusetzen.

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