Die WM verpasste Lennart Karl wegen einer schweren Muskelverletzung. Nun hat das Bayern-Talent offen über den bitteren Rückschlag und seinen Weg zurück auf den Platz gesprochen.
Für Lennart Karl platzte der große Traum von der Weltmeisterschaft wenige Tage vor Turnierbeginn. Der 18-Jährige zog sich im Training der deutschen Nationalmannschaft einen Muskelbündelriss im linken vorderen Oberschenkel zu und musste die Reise in die USA, nach Kanada und Mexiko kurzfristig absagen.
Inzwischen arbeitet das Offensivtalent an der Säbener Straße intensiv an seinem Comeback. Im Interview mit den Vereinsmedien des FC Bayern gewährte Karl nun einen emotionalen Einblick in seine Reha und sprach offen über die schwierige Zeit nach der Verletzung.
„Es ist schon schwer, so einen Rückschlag zu verdauen. Die ersten Tage waren schon schlimm für mich”, so der Youngster: “Meine Familie hat mir am meisten geholfen, auch meine Freundin und die engsten Freunde, die schon immer hinter mir stehen. Dazu habe ich auch vom FC Bayern viel Unterstützung und viele Nachrichten aus der Mannschaft bekommen. Was mir geschrieben wurde, hat mir viel Freude bereitet und Kraft gegeben. Alle haben mir klar gemacht: Verletzungen gehören dazu, entscheidend ist, wie du zurückkommst. Das ist mein Antrieb.“
Karl arbeitet Schritt für Schritt am Comeback
Mittlerweile hat Karl seine Reha an der Säbener Straße aufgenommen und konnte erstmals wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren. An ein normales Mannschaftstraining ist allerdings noch nicht zu denken.

„Ich war erstmal sehr dankbar. Wenn du wieder auf dem Platz stehst, merkst du, wie sehr dir das alles gefehlt hat. Es war auch sehr cool, die Jungs wieder zu sehen: Serge [Gnabry, d. Red.] und David [Santos] haben ihr Training ja ebenfalls wieder aufgenommen. Leider kann ich noch nicht mit ihnen zusammen auf dem Platz stehen. Für mich heißt es erstmal nur Fahrrad fahren, vorsichtig joggen – noch alles dosiert. Dann erst geht es auf den Platz mit Lauftraining und ersten Übungen am Ball. Trotzdem war es ein richtig wichtiger Schritt für mich.“
Auch für den Trainingsauftakt mit der Mannschaft möchte Karl nichts überstürzen: „Bis zum Trainingsauftakt am 20. Juli ist die Zeit knapp. Es wird noch etwas dauern, bis ich die Einheiten mit den Jungs mitmachen kann. Nun geht es vor allem darum, nichts zu überstürzen. Der Austausch mit den Ärzten und Athletiktrainern ist jeden Tag da, wir schauen sehr genau, wie der Muskel reagiert.“

