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Anführer gesucht: Wer übernimmt in der Krise die Verantwortung beim FC Bayern?

Thiago und Robert Lewandowski
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Der FC Bayern steckt tief in der Krise. Nach dem Kovac-Aus kann und wird Interimstrainer Hansi Flick die Probleme beim deutschen Rekordmeister nicht alleine lösen. Die FCB-Spieler sind gefordert und stehen in der Pflicht. Aber wer ist bereit Verantwortung in der Krise zu übernehmen?

In den vergangenen Wochen und Tagen wurde viel über die Fehler von Ex-FCB-Trainer Niko Kovac diskutiert. Der 48-jährige wurde maßgeblich für die erneute „Herbstkrise“ beim deutschen Rekordmeister verantwortlich gemacht. Nach dem Weggang von Kovac sind die Spieler nun gefragt. Joshua Kimmich zeigte sich nach dem Kovac-Aus bereits selbstkritisch und nahm sich und seine Mitspieler vor dem heutigen CL-Heimspiel gegen Olympiakos Piräus in die Pflicht. Der 24-jährige ist ein potenzieller Leader, der in der aktuellen Lage beim FC Bayern Verantwortung übernehmen kann. Neben Kimmich gibt es jedoch auch weitere Kandidaten.

Manuel Neuer ist als Kapitän (noch mehr) gefragt

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Manuel Neuer hat in den vergangenen Wochen immer wieder davor gewarnt, dass die knappen Siegen nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass die Bayern in der laufenden Saison bisher weit hinter ihren eigenen Erwartungen zurück liegen. Der 33-jährige Torhüter kritisierte vor allem das mangelhafte Defensiv-Verhalten seiner Vorderleute. Als Kapitän ist Neuer sowohl auf dem Platz gefragt, aber auch daneben. Als Torhüter hat dieser während eines Spiels jedoch nur einen beschränkten Einfluss auf das Geschehen vor ihm. In der aktuellen angespannten Lage ist Neuer als Mannschaftskapitän mehr gefragt denn je. Alleine wird der deutsche Nationalspieler jedoch wenig bewegen können.

Thiago muss auf dem Platz vorangehen

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Lange Zeit galt Thiago als Lieblingsspieler von Niko Kovac, der 28-jährige Mittelfeldspieler war der verlängerte Arm des Kroaten auf dem Platz. Doch der Spanier kämpft in dieser Saison mit starken Leistungsschwankungen. Thiago spielt mittlerweile seine siebte Saison im Bayern-Trikot, hat viele Höhen und Tiefen in München erlebt und ist prädestiniert für eine Führungsrolle. Seine fussballerischen Fähigkeiten stehen außer Frage, entscheidend bei Thiago ist jedoch ob er auch den Kampf annimmt und wieder zu einer ordentliche Zweikampfführung zurück findet. Anders als Neuer ist Thiago kein wirklicher Lautsprecher. Während er auf dem Platz seine Mitspieler „dirigiert“, hält er sich daneben eher zurück.

Auch Interimstrainer Hansi Flick hat Thiago diese Woche (indirekt) in die Pflicht, ohne ihn dabei namentlich zu nennen: „Wir müssen die Qualität des Kaders auf dem Platz bringen. Nicht nur Manuel Neuer oder Lewy, sondern alle.“

Robert Lewandowski liefert die Tore

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Mit seinen zahlreichen Toren ist Robert Lewandowski maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Bayern trotz durchwachsenen Leistungen nach wie vor in allen Wettbewerben ganz oben mitmischen. Der 31-jährige Pole gehört zweifelsfrei zu den wenigen positiven Erscheinungen in dieser Saison. Lewandowski ist jedoch, ähnlich wie Thiago, eher jemand der auf dem Platz Taten sprechen lässt, insbesondere in Form von Toren. Der Stürmer ist nicht der klassische Führungsspieler der vorangeht und seine Mitspieler mitreißt. Dennoch hat das Wort und die Meinung des polnischen Nationalspielers ein Gewicht beim FC Bayern, sowohl in der Kabine als auch in der Führungsetage. Lewandowski ist daher ein wichtiger Bestandteil in München und ist sich dessen auch bewusst.

Thomas Müller erhält eine neue Chance

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Unter Kovac aussortiert, bei Flick gesetzt. Thomas Müller dürfte einer der größten „Gewinner“ vom Kovac-Aus beim FC Bayern sein. Flick und Müller kennen sich bereits aus gemeinsamen Zeiten bei der deutschen Nationalmannschaft und wurden unter anderem 2014 gemeinsam Weltmeister in Brasilien. Hansi Flick ist ein bekennender Müller-Fan und sieht in diesem, vor allem aufgrund seiner großen Erfahrung, einen absoluten Führungsspieler: „Auf dem Platz ist er einer, der sehr intelligent ist, der die Mannschaft mitreißen und führen kann.“

Ob Müller nach seiner Reservistenrolle auf Anhieb den Schalter umlegen kann wird sich in den kommenden Spielen zeigen. Fakt ist, der Angreifer ist wieder gefragt beim FC Bayern und wird sich nicht davor scheuen wieder mehr Verantwortung zu übernehmen.

Joshua Kimmich, der neue aggressive Leader in München

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Joshua Kimmich hat in den vergangenen knapp zwei Jahren eine immense Entwicklung hingelegt. Als Nachfolger von Philipp Lahm lastete von Anfang an ein großer Druck auf dem gebürtigen Rottweiler, doch Kimmich hat bewiesen, dass er in der Lage ist damit umzugehen. Sowohl bei den Bayern, als auch in der deutschen Nationalmannschaft hat sich Kimmich mittlerweile zu einem absoluten Führungsspieler und Leistungsträger entwickelt. Der 24-jährige ist auf dem Platz flexibel einsetzbar und pendelt in dieser Saison zwischen der Viererkette und defensiven Mittelfeld. Zudem bringt er die nötige Aggressivität und Bissigkeit mit, welche dem FCB gerne mal abhanden kommt.

Auch neben den Platz hat der Defensiv-Allrounder in den vergangenen Tagen bereits Verantwortung übernommen. Er spricht immer wieder offen und ehrlich die Probleme beim FC Bayern an und präsentiert sich dabei meistens selbstkritisch.