Nach massiver Kritik: Kahn relativiert WM-Aussage zu Musiala

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Oliver Kahn hat nach der heftigen Kritik an seinen Aussagen über Jamal Musiala nachgelegt – und versucht, die Diskussion zu entschärfen. Der ehemalige Bayern-Boss sieht sich missverstanden und betont nun, dass er dem DFB-Star keineswegs grundsätzlich von einer WM-Teilnahme abraten wollte.


Via X stellte Kahn klar: „Es lohnt sich, hin und wieder genau zuzuhören.“ Seine Aussagen seien offenbar unterschiedlich interpretiert worden. Deshalb lieferte der 56-Jährige direkt die entscheidende Botschaft nach: „Wenn Jamal Musiala bereit ist, gehört er auf die große WM-Bühne.“

Kahn relativiert seine Aussagen

Damit rudert Kahn zumindest teilweise zurück, nachdem seine ursprünglichen Aussagen für großen Wirbel gesorgt hatten. In der Sky-Sendung „Triple“ hatte er erklärt, ein WM-Verzicht könne sinnvoll sein, sollte Musiala nach seiner schweren Verletzung nicht bei 100 Prozent sein – insbesondere im Kopf.

Genau diesen Punkt rückte Kahn jetzt erneut in den Fokus: Es gehe nicht um eine generelle Absage, sondern um die Frage, ob ein Spieler bereit sei, „mit 100 Prozent in die Zweikämpfe zu gehen“. Falls dies nicht der Fall sei, könne ein Turnierverzicht „sinnvoller“ sein.

Gleichzeitig betonte der frühere Weltklasse-Torwart aber auch, dass jeder Spieler individuell zu bewerten sei – und sich die Situation bis zur WM ohnehin noch komplett verändern könne.

Hoffnung auf „Aha-Moment“

Interessant ist: Kahn schließt sogar ausdrücklich aus, dass Musiala bis zur Weltmeisterschaft wieder zu alter Stärke findet. „Es ist nicht auszuschließen, dass sich plötzlich wahnsinnig viel löst und er wieder da ist“, erklärte er. In diesem Fall sei die Sache für ihn eindeutig: Dann müsse Musiala auch zur WM fahren.

Damit wird klar: Kahns ursprüngliche Aussage war weniger als Empfehlung, sondern vielmehr als Szenario gedacht – eine Differenzierung, die in der öffentlichen Debatte zunächst unterging.

Die Reaktionen aus München ließen nicht lange auf sich warten. Mehrere Verantwortliche, darunter Präsident Herbert Hainer, widersprachen Kahn öffentlich und stellten sich demonstrativ hinter Musiala. Auch der Spieler selbst bezog klar Position: „Auf jeden Fall will ich zur WM gehen.“

Mit seinem neuesten Statement versucht Kahn nun, die Wogen zu glätten – und sich selbst in ein anderes Licht zu rücken. Ob ihm das gelingt, bleibt offen. Fest steht jedoch: Die Diskussion um Musialas WM-Teilnahme ist damit längst nicht beendet.

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