Nach schwacher ersten Halbzeit: Bayern schafft Comeback in Mainz

Tim Schoster
Foto: IMAGO

Der FC Bayern hat sich beim 1. FSV Mainz 05 nach einer schwachen ersten Halbzeit spektakulär zurückgemeldet und einen 0:3-Rückstand noch in einen 4:3-Auswärtssieg gedreht. Nach der Pause brachten mehrere Joker die Münchner zurück ins Spiel, ehe Harry Kane in der Schlussphase die Partie komplett kippte.


Vincent Kompany veränderte seine Startelf im Vergleich zum 2:0-Erfolg im DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen auf acht Positionen. Lediglich Konrad Laimer, Aleksandar Pavlovic und Luis Díaz blieben in der Anfangsformation. Jonas Urbig begann im Tor, Leon Goretzka führte die Münchner erstmals als Kapitän aufs Feld. Zudem feierte Bara Sapoko Ndiaye sein Startelfdebüt in der Bundesliga.

Die Bayern hatten zu Beginn zwar viel Ballbesitz, entwickelten daraus aber kaum Gefahr. Mainz lauerte auf Umschaltmomente und wurde nach einer Viertelstunde belohnt: Nach einer Ecke blieb der FSV im Angriff, Kaishu Sano brachte den Ball von rechts in den Strafraum, Dominik Kohr nahm die Kugel volley und traf aus rund zehn Metern zum 1:0 (15.).

Die Gastgeber blieben danach gefährlich. Jonas Urbig verhinderte gegen Sheraldo Becker und Nadiem Amiri zunächst das zweite Gegentor, wenig später war der Bayern-Keeper aber erneut geschlagen. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schickte Sano Amiri auf die Reise, dessen Abschluss Urbig noch abwehrte. Paul Nebel reagierte am schnellsten und schob aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (29.).

Mainz überrollt Bayern vor der Pause

Der Rekordmeister fand im ersten Durchgang kaum Lösungen. Trotz deutlich mehr Ballbesitz fehlten Tempo, Präzision und Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Alphonso Davies traf kurz vor der Pause nur das Außennetz, auf der Gegenseite nutzte Mainz beinahe jede Umschaltsituation.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit legten die Rheinhessen sogar nach. Wieder war Sano der Ausgangspunkt, diesmal mit einem starken Ball auf Amiri. Dessen Schuss aus linker Position krachte an die Latte, Becker schaltete am zweiten Pfosten schneller als die Bayern-Defensive und drückte den Ball zum 3:0 über die Linie (45.+2). Mit diesem deutlichen Rückstand ging es für die Münchner in die Kabine.

Kompany reagierte zur Pause und brachte Harry Kane und Michael Olise für Pavlovic und Díaz. Die Wechsel zeigten schnell Wirkung. Zunächst scheiterte Nicolas Jackson noch an Daniel Batz, kurz darauf traf der Stürmer aber zum Anschluss. Nach einer Aktion über Olise und Laimer landete die Flanke beim Senegalesen, der aus rund elf Metern volley zum 3:1 vollendete (53.).

Bayern erhöhte danach den Druck. Jamal Musiala kam für Raphaël Guerreiro, Josip Stanisic ersetzte Davies. Mainz kam immer seltener zur Entlastung, während die Münchner sich zunehmend am Strafraum der Hausherren festsetzten. In der 73. Minute brachte Olise den Rekordmeister endgültig zurück ins Spiel: Der Franzose zog von rechts nach innen und schlenzte den Ball mit links sehenswert ins lange Eck.

Kane dreht die Partie komplett

Die Bayern drängten nun auf den Ausgleich. Musiala verfehlte zunächst aus rund 20 Metern knapp das Tor, wenig später war der Nationalspieler dann zur Stelle. Nach einem Zuspiel auf Olise legte der Franzose von der rechten Seite quer, im Mainzer Torraum stocherte Musiala den Ball zum 3:3 über die Linie (80.).

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Nur drei Minuten später folgte die komplette Wende. Musiala und Stanisic kombinierten sich über rechts in den Strafraum, die Hereingabe konnte Batz nicht festhalten. Kane stand goldrichtig und schob den Abpraller aus kurzer Distanz zum 4:3 ein (83.). Für den Engländer war es bereits der 33. Saisontreffer in der Bundesliga.

Mainz versuchte in der siebenminütigen Nachspielzeit noch einmal zu reagieren. Daniel Batz rückte bei einer Ecke sogar mit nach vorne, doch der anschließende Distanzschuss von Sano rauschte am Bayern-Tor vorbei. Kurz darauf beendete Schiedsrichter Martin Petersen die Partie. Die Münchner drehten damit zum achten Mal in dieser Bundesliga-Saison ein Spiel und stellten den entsprechenden Ligarekord von Bayer Leverkusen aus der Saison 1999/2000 ein.

Für den FC Bayern geht es am Dienstagabend um 21 Uhr in der Champions League weiter. Dann steht das Halbfinal-Hinspiel bei Paris Saint-Germain an. In der Bundesliga empfangen die Münchner am Samstag um 20:30 Uhr den 1. FC Heidenheim. Mainz ist am Sonntagabend um 20:30 Uhr beim FC St. Pauli gefordert.

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