Bayern-Eigentor? Eberl-Debatte sendet heikles Signal an Müller und Co.

Vjekoslav Keskic
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Die Diskussionen rund um Max Eberl gehen beim FC Bayern weit über eine gewöhnliche Führungsdebatte hinaus. Denn die öffentliche Kritik am Sportvorstand sendet ein Signal aus – auch an mögliche zukünftige Führungspersönlichkeiten wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller.

Es war ein Bild mit Symbolkraft. Während der FC Bayern im Berliner Olympiastadion den Pokalsieg und das Double feierte, entstand auf der Ehrentribüne eine Szene, die vielen Beobachtern im Gedächtnis bleiben dürfte: Uli Hoeneß mit dunkler Brille direkt hinter einem sichtbar angespannten Max Eberl.


Sportlich dominierte Harry Kane das Finale gegen Stuttgart mit seinem Dreierpack. Öffentlich aber überlagerte die Debatte um Eberls Zukunft nahezu alles.

Auslöser waren die Aussagen von Hoeneß. Der Ehrenpräsident hatte die Chancen auf eine Vertragsverlängerung des Sportvorstands über 2027 hinaus auf „60 zu 40“ taxiert – und gleichzeitig bestätigt, dass „noch Zweifel“ vorhanden seien.

Eberl wirkt getroffen und resigniert

Max Eberl
Foto: IMAGO

Die Aussagen trafen Eberl zu einem maximal ungünstigen Zeitpunkt. Wenige Stunden vor dem Pokalfinale musste sich der Sportvorstand plötzlich mit seiner eigenen Zukunft beschäftigen statt mit dem sportlichen Höhepunkt der Saison.

Nach dem 3:0 gegen Stuttgart reagierte der 52-Jährige ungewöhnlich offen. Eberl sprach von Überraschung und erklärte deutlich, dass er den Zeitpunkt der Aussagen „nicht richtig“ gefunden habe.

Vor allem aber vermittelte sein Auftritt einen Eindruck: Zwischen Klubführung und Sportvorstand scheint längst eine gewisse Distanz entstanden zu sein.

Bayern sendet problematisches Signal aus

Genau darin liegt die eigentliche Brisanz der aktuellen Situation. Denn die Eberl-Causa wird intern und extern sehr genau beobachtet – vor allem von ehemaligen Bayern-Spielern, die irgendwann selbst eine Führungsrolle übernehmen könnten.

Die Vergangenheit zeigt dabei ein klares Muster. Christian Nerlinger, Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn starteten allesamt mit großem Vertrauensvorschuss und Bayern-DNA in ihre Funktionen. Am Ende wurden jedoch alle wieder abgelöst.

Teilweise aus sportlichen Gründen, teilweise wegen interner Machtkämpfe und politischer Spannungen.

Gerade deshalb dürfte die aktuelle Entwicklung auch bei Persönlichkeiten wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller registriert werden.

Denn die zentrale Frage lautet: Wie attraktiv ist ein Spitzenjob beim FC Bayern wirklich noch, wenn selbst verdiente Ex-Spieler und langjährige Klubfiguren regelmäßig zwischen sportlichem Druck, öffentlicher Kritik und internen Machtkämpfen zerrieben werden?

Die Strahlkraft eines solchen Postens bleibt zwar enorm. Gleichzeitig wächst aber auch der Eindruck, dass man es an der Säbener Straße dauerhaft kaum allen Entscheidungsträgern recht machen kann.

Die Machtfrage bleibt ungelöst

Sportlich liefert der FC Bayern aktuell Ergebnisse. Meisterschaft, Pokalsieg und die Entwicklung unter Vincent Kompany sprechen klar für den eingeschlagenen Weg.

Doch hinter den Kulissen scheint die Machtfrage weiterhin ungelöst zu sein. Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Jan-Christian Dreesen, Christoph Freund und Max Eberl – viele Einflussfaktoren treffen aufeinander.

Für potenzielle Kandidaten aus der Bayern-Familie dürfte genau das eine wichtige Beobachtung sein. Denn die Eberl-Debatte zeigt einmal mehr: Beim FC Bayern reicht sportlicher Erfolg alleine nicht aus, um langfristig unangreifbar zu sein.

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