Der FC Bayern hat im Werben um Anthony Gordon den Kürzeren gezogen. Der Wechsel des englischen Nationalspielers zum FC Barcelona könnte für die Münchner zum Sinnbild eines Transfersommers werden, in dem erneut nicht alle Wunschlösungen realisierbar sind.
Schon früh hatte sich der Rekordmeister auf Gordon als bevorzugte Verstärkung für die Offensive festgelegt. Die Verantwortlichen um Max Eberl führten Gespräche und galten zeitweise sogar als Favorit auf die Verpflichtung des Newcastle-Stars.
Am Ende setzte sich jedoch der FC Barcelona durch. Die Katalanen waren bereit, finanziell deutlich weiterzugehen als die Bayern. Intern hatte die Klubführung eine klare Obergrenze für den Deal festgelegt – und genau diese überschritt Barcelona letztlich deutlich.
Für die Münchner war damit Schluss. Der Rekordmeister zog sich aus den Verhandlungen zurück, anstatt in ein kostspieliges Wettrüsten einzusteigen.
Die Alternativen werden weniger
Der Verlust von Gordon trifft die Bayern vor allem deshalb, weil die Auswahl an hochkarätigen Alternativen begrenzt ist.
Auch RB-Leipzig-Star Yan Diomande wurde intern intensiv diskutiert. Doch ein Transfer gilt derzeit ebenfalls als kaum realisierbar. Ähnlich sieht die Situation bei Givairo Read aus, der aktuell stark mit Manchester City in Verbindung gebracht wird.
Damit droht sich ein Muster der vergangenen Jahre zu wiederholen. Bereits bei Spielern wie Nico Williams, Bradley Barcola oder Désiré Doué mussten die Münchner erleben, wie andere Klubs finanziell oder sportlich attraktiver erschienen.
Das Grundproblem bleibt unverändert: Die absoluten Topspieler auf dem Flügel stehen längst bei Europas Elitevereinen unter Vertrag.
Namen wie Raphinha oder Khvicha Kvaratskhelia sind für die Bayern aktuell praktisch unerreichbar. Deshalb wird der Rekordmeister zwangsläufig Kompromisse eingehen müssen.

Zu den etablierten Kandidaten zählen Spieler wie Rafael Leão oder Cody Gakpo. Beide verfügen zweifellos über Qualität, gelten intern aber nicht als perfekte Lösungen.
Daneben stehen zahlreiche Talente auf den Listen europäischer Spitzenvereine. Mika Godts, Bazoumana Touré oder Alberto Moleiro werden regelmäßig mit größeren Klubs in Verbindung gebracht, benötigen jedoch noch weitere Entwicklungsschritte.
Zeit wird zum entscheidenden Faktor
Für Max Eberl und Christoph Freund wird deshalb die Geschwindigkeit zum wichtigen Faktor. Je länger sich die Suche nach Verstärkungen zieht, desto kleiner wird die Auswahl auf dem Markt.
Gleichzeitig wächst der Druck von außen. Nach dem Double-Gewinn sind die Erwartungen an die Bayern hoch. Die Verantwortlichen wollen den Kader gezielt verstärken, ohne dabei die finanziellen Vorgaben des Aufsichtsrats zu ignorieren.
Der geplatzte Gordon-Transfer zeigt bereits jetzt, wie schwierig dieser Spagat werden kann. Die kommenden Wochen dürften deshalb richtungsweisend für den weiteren Verlauf des Münchner Transfersommers werden.

