Nach dem enttäuschenden Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador wird die Rolle von Joshua Kimmich neu diskutiert. Lothar Matthäus fordert nun eine klare Veränderung.
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador einen deutlichen Rückschlag geleistet. Nach dem schwachen Auftritt rückt auch Joshua Kimmich wieder verstärkt in den Fokus.
Der Kapitän der DFB-Elf läuft bei der Weltmeisterschaft weiterhin als Rechtsverteidiger auf. Für Lothar Matthäus ist genau das inzwischen ein Problem.
„Tut ihm einen Gefallen und holt ihn da hinten weg“, forderte der Rekordnationalspieler in der BILD und richtete seine Worte damit direkt an Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Matthäus sieht Kimmich auf der rechten Abwehrseite nicht in jener Rolle, in der er der Mannschaft am meisten helfen kann. Der 31-Jährige habe dort „nicht den Einfluss“, den er sich von einem Kapitän wünsche.
Matthäus fordert Kimmich im Zentrum
Aus Sicht von Matthäus gehört Kimmich wieder ins zentrale Mittelfeld. Dort spiele er beim FC Bayern auf Weltklasse-Niveau und könne deutlich mehr Einfluss auf Rhythmus, Struktur und Führung der Mannschaft nehmen.
„Joshua nicht auf dem Platz, wie ich ihn seit Jahren kenne“, erklärte Matthäus.
Besonders die Körpersprache und die Positionierung des Bayern-Stars bereiten ihm Sorgen. Kimmich bemühe sich zwar, „aber er ist nicht da, wo er sein soll“.
Matthäus legte nach: „Ich sehe ihn nicht von der Körpersprache und der Positionierung als jemanden, der die Mannschaft führt, der Einfluss nimmt, wenn es nicht so läuft.“ Auf der rechten Abwehrseite gelinge ihm das aktuell „irgendwie nicht“.
Nagelsmann hält an seinem Plan fest
Die Debatte erhält auch deshalb neue Nahrung, weil die deutsche Doppelsechs gegen Ecuador erneut nicht überzeugen konnte. Aleksandar Pavlovic erwischte keinen guten Tag und wurde bereits zur Pause ausgewechselt. Felix Nmecha, der zuvor ein starkes Turnier spielte, leistete sich vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich einen folgenschweren Ballverlust.
Nagelsmann stellte sich dennoch vor seine Mittelfeldspieler und bescheinigte dem Duo eine „gute“ Leistung. Zudem verwies er darauf, dass Kimmich bereits bei der EM 2024 als Rechtsverteidiger starke Werte geliefert habe.

Der Bundestrainer machte klar: „Ich will weder auf Felix noch auf Pavlo verzichten.“
Das Problem: Im WM-Kader fehlt ein gelernter Rechtsverteidiger. Kimmich ist auf dieser Position deshalb nahezu alternativlos. Zwar könnte Nathaniel Brown im Notfall auf rechts ausweichen, dann müsste allerdings David Raum links beginnen. Auch eine Umstellung auf Dreierkette wäre denkbar.
Kimmich selbst bleibt bei seiner gewohnt professionellen Haltung. Für ihn sei es „einzig und allein die Entscheidung des Trainers“, wo er der Mannschaft am besten helfen könne: „Da wird er mich aufstellen. Und da spiele ich dann.“
Nagelsmann ließ sich vor dem Sechzehntelfinale zumindest eine kleine Hintertür offen. Ein erneuter Positionswechsel sei zwar „nicht geplant“. Gleichzeitig betonte er: „Im Fußball sollte man nichts ausschließen.“

