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Immer mehr Nagelsmann-Fußball – 3 Erkenntnisse nach dem CL-Sieg gegen Kiew

FC Bayern
Foto: Getty Images

Auch wenn der ukrainische Meister Dynamo Kiew kein wirklicher Gradmesser für den FC Bayern ist, marschieren die Münchner derzeit mit einer erschreckenden Dominanz durch die neue Saison. Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass man das Gefühl hat, dass man mit jedem Spiel immer mehr die Spielidee von Nagelsmann zu sehen bekommt. 



Die Bayern haben auch ihr zweites Gruppenspiel in der CL souverän gewonnen und Dynamo Kiew am Mittwochabend mit 5:0 in der heimischen Allianz Arena abgefertigt. Für den FCB war es zudem der neunte Pflichtspielsieg in Folge. Julian Nagelsmann hat damit den besten Trainerstart aller Zeiten beim FC Bayern hingelegt. Wir sagen euch, welche Erkenntnisse der CL-Sieg gegen Kiew noch liefert.

1. Die Dreierkette hält immer mehr Einzug ins Bayern-Spiel

Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Nagelsmann-Verpflichtung gab es viele Diskussionen und Spekulationen ob und wie der 34-jährige das taktische Grundgerüst der Bayern verändern wird. Immer wieder machten Meldungen die Runde, wonach Nagelsmann die Dreierkette beim FCB etablieren wird.

Der Bayern-Trainer selbst hat die Dreierkette nie forciert, dennoch kommt diese immer häufiger zum Einsatz. Gegen Kiew griff Nagelsmann nominell auf eine Viererkette und ein klassisches 4-2-3-1 zurück. Gegen den Ball wurde es jedoch in der Regel zu einem 4-4-2. Bei eigenem Ballbesitz oftmals auch zu einem 3-5-2, bei dem Alphonso Davies auf der linken Seite sich immer wieder in die Offensive eingeschaltet hat.

Nagelsmann hat es bisher geschafft seine Idee einer Dreierkette nach und nach ins Spiel der Bayern zu integrieren, ohne dabei die altbewährte Viererkette der Münchner zu destabilisieren.

2. Nagelsmann setzt voll auf Flexibilität

Während es im Sommer noch große Diskussionen darüber gab, ob das vorhandene Personal ausreichen wird, damit die Bayern national und international erneut auf Titeljagd gehen können, scheint der Kader wenige Wochen später plötzlich perfekt abgestimmt zu sein. Nagelsmann ist ein großer Fan von Flexibilität und lebt diese in nahezu jedem Spiel neu aus.

Wie bei Flick wird Niklas Süle regelmäßig als Rechtsverteidiger eingesetzt. Der Abwehrhüne rückte gegen Kiew zudem häufig ins zentrale Mittelfeld neben Kimmich und Goretzka und tauchte hin und wieder auch am gegnerischen Strafraum auf. Auch Alphonso Davies pendelt unter Nagelsmann zwischen Linksverteidiger und Außenstürmer, wie zuletzt gegen Fürth und gestern Abend.

Leroy Sane
Foto: IMAGO

Das einstige Sorgenkind Leroy Sane hat gegen Kiew nahezu alle offensiven Positionen eingenommen, die er spielen kann. Begonnen hat der 25-jährige auf seiner Lieblingsposition Linksaußen. Sane zog es jedoch, auf Wunsch von Nagelsmann, immer wieder ins Zentrum in den Halbraum zwischen Lewandowski und Müller. Hin und wieder war der DFB-Star sogar auf der ungeliebten rechten Seite anzutreffen.

Klar ist: Nagelsmann verfügt sowohl in der Offensive als auch in der Defensive über Spieler, die extrem variabel einsetzbar sind und während eines Spiels nicht auf einer Position festgenagelt sind. Dies macht es für den Gegner sehr schwer sich auf die Münchner einzustellen.

3. Die Bayern haben immer noch Luft nach oben

Ja, die Bayern marschieren derzeit unaufhaltsam in der Bundesliga und der Champions und ja, die Bayern haben erschreckend schnell Fahrt aufgenommen in der neuen Saison. So schnell, dass selbst Klubchef Oliver Kahn davon überrascht ist. Besonders erschreckend ist jedoch die Tatsache, dass der FCB noch lange nicht bei 100 Prozent angekommen ist, wie Nagelsmann in den letzten Wochen in seinen Spielanalysen immer wieder betont hat.

Auch gegen Kiew war dies zu sehen, vor allem in der ersten Hälfte. Die Münchner haben nach wie vor (kleinere) Probleme in der Restverteidigung. Heißt im Klartext: Das genügend Spieler bei eigenen Angriffen in der Abwehr bleiben und dort eine Überzahl gegen den Gegner schaffen sollen. Vor allem gegen Teams mit einem schnellen Umschaltspiel ist dies entscheidend.

Nagelsmann ist grundsätzlich mit dem Saisonstart der Münchner zufrieden, hat vergangene Woche jedoch betont, dass es durchaus noch einiges zu verbessern gibt: „Wir können über einen längeren Zeitraum des Spiels eine bessere Struktur haben. Ich möchte Spiele gewinnen und nicht nur aufgrund der Qualität eines einzelnen Spielers. Ich habe den Anspruch, dass wir Spiele gewinnen, weil wir taktisch gut sind, weil wir eine sehr gute Idee haben. Das ist das Ziel.“