Tom Bischof entwickelt sich beim FC Bayern immer mehr zu einem der spannendsten Spieler im Kader. Nicht nur sportlich erinnert der 20-Jährige inzwischen an Joshua Kimmich – auch seine Mentalität und seine klare Art sorgen intern für große Aufmerksamkeit.
Nach dem 1:0-Erfolg der Münchner in Wolfsburg stand Bischof plötzlich besonders im Fokus. Grund waren seine ungewöhnlich offenen Aussagen über die aktuellen Defensivprobleme des Rekordmeisters.
„Wir machen einfach nicht mehr die kleinen Basics und dieses Gegenpressing direkt nach dem Ballverlust. Das fehlte uns in letzter Zeit“, erklärte der U21-Nationalspieler bei Sky.
Damit sprach Bischof genau die Themen an, die rund um den FC Bayern nach dem Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain intensiv diskutiert werden.
Bischof erinnert an Kimmich
Vor allem die Art und Weise seiner Analyse erinnerte viele Beobachter sofort an Joshua Kimmich. Auch der Bayern-Kapitän gilt als Spieler, der Probleme offen anspricht und Verantwortung übernimmt. Genau diese Eigenschaften erkennt man mittlerweile offenbar auch bei Bischof.
Der Youngster analysierte weiter: „Deswegen machen wir immer diese langen Wege – die sind unnötig. Wenn wir schnelles Gegenpressing machen, haben wir in dieser Saison brutal viele Tore gemacht.“
Klare Worte, die bei Fans und Experten überwiegend positiv ankamen. Trainer Vincent Kompany gefielen die Aussagen öffentlich allerdings weniger. Der Belgier reagierte nach dem Spiel ungewohnt direkt. „Er ist ein junger Spieler und er hat einen Fehler gemacht in diesem Interview“, erklärte der Bayern-Coach.
Trotzdem stellte Kompany gleichzeitig klar, wie viel er von Bischof hält: „Er ist ein super Junge.“
Flexibilität als großes Plus

Sportlich erinnert Bischof ohnehin immer stärker an den heutigen DFB‑Kapitän. Der ehemalige Hoffenheimer wurde in dieser Saison bereits auf mehreren Positionen eingesetzt – als Sechser, Achter, Zehner sowie auf beiden Außenverteidigerpositionen.
Genau diese Vielseitigkeit machte einst auch Joshua Kimmich unter Pep Guardiola so wertvoll.
Interessant: Kimmich selbst zog bereits Anfang April den Vergleich zu seiner eigenen Anfangszeit in München.
„Generell erinnert mich die Situation von Tom an meine eigene vor elf Jahren“, sagte der Nationalspieler damals. „Da hat einem vor der Saison gefühlt auch keiner zugetraut, dass man für eine Mannschaft wie Bayern München wichtig sein könnte.“
Die Gemeinsamkeiten gehen inzwischen weit über die Flexibilität hinaus. Wie Kimmich gilt auch Bischof als extrem intelligenter Spieler mit starkem Passspiel, gutem Spielverständnis und hoher Mentalität.
Intern schwärmen Mitspieler sogar von seinem Abschluss. Laut Berichten soll Bischof beim FC Bayern den zweitbesten Schuss im Kader besitzen – direkt hinter Harry Kane.
Kimmich selbst lobte zuletzt vor allem die Einstellung des Youngsters: „Bei Tom hat man gleich gemerkt, dass er ein gutes Mindset, eine gute Mentalität hat.“
Bayern sieht großes Führungspotenzial
Beim FC Bayern traut man Bischof längst eine große Zukunft zu. Der Mittelfeldspieler absolvierte in seiner ersten Saison bereits 36 Pflichtspiele – exakt dieselbe Anzahl, auf die Kimmich in seiner Debütspielzeit beim Rekordmeister kam.
Bischof selbst geht mit den Vergleichen inzwischen offen um. „Ich habe den Vergleich schon ein paar Mal gehört“, sagte er nach seinem Wechsel nach München. „Jo ist ein überragender Fußballer. Ich schaue zu ihm auf. Und ich glaube schon, dass wir uns vom Spielstil ähneln.“
Klar scheint: Beim FC Bayern wächst gerade ein Spieler heran, der sportlich und charakterlich das Zeug zum neuen Führungsspieler haben könnte.

