Elf Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel als Feldspieler ist Dante zurück beim FC Bayern. Der frühere Triple-Sieger übernimmt die Amateure als Cheftrainer – und schwärmt von seiner Rückkehr nach München.
Zwischen 2012 und 2015 gehörte der Brasilianer zu den prägenden Figuren der Münchner Innenverteidigung. Jetzt kehrt er an den Campus zurück, allerdings nicht als Spieler, sondern als frisch gebackener Chefcoach der zweiten Mannschaft. Eine Auszeit gönnte sich der 42-Jährige nach dem Ende seiner aktiven Karriere bei OGC Nizza nicht – direkt folgte der nächste Schritt.
Dass er beim deutschen Rekordmeister sofort zusagte, verwundert kaum. „Als dann die Möglichkeit kam, bei den Bayern-Amateuren einzusteigen, musste ich nicht lange überlegen“, verriet Dante im Gespräch mit fcbayern.com.
In seiner aktiven Zeit war Dante eine Stütze jener Mannschaft, die 2012/13 das Triple holte. Unter Jupp Heynckes stand er in der Viererkette und kam in dieser Saison auf 44 Einsätze in allen drei Wettbewerben. Insgesamt bestritt der Publikumsliebling über 133 Pflichtspiele für die Münchner.
Tipps von Guardiola und Heynckes
Den Wunsch, selbst einmal Trainer zu werden, führt Dante auf eine konkrete Begegnung zurück: Lucien Favre habe ihm im Februar 2011 den Fußball auf eine neue Art erklärt. „Ich wollte plötzlich viel mehr verstehen – warum wir bestimmte Dinge machen, warum wir so trainieren und wie ich seine Ideen auf dem Platz an meine Mitspieler weitergeben kann“, erinnerte sich der Brasilianer.
Sieben Jahre lang sammelte Dante parallel zur Profikarriere Trainerlizenzen, reiste für Kurse nach Wales, rief Trainer an und beobachtete. Auch Pep Guardiola, unter dem er in München spielte, bestärkte ihn. „Er hat mich motiviert und gesagt, dass ich das Profil dafür habe“, erzählte Dante. Sein Ziel formuliert er klar: die taktische Finesse eines Guardiola mit der Menschenführung eines Heynckes verbinden.
Was Dante seinen Spielern vermitteln will
Als Cheftrainer berichtet Dante von Arbeitstagen, die schnell zwölf Stunden dauern. Vor allem Professionalität will er den jungen Spielern mitgeben – „Ernährung, Schlaf, Regeneration und Konzentration“.

„Talent allein reicht nicht. Du musst jeden Tag bereit sein, hart zu arbeiten“, betonte er. Offensivspielern will er zugleich Freiheit lassen: „Fußball ist keine Wissenschaft“, sagt Dante, ergänzte aber: „Wenn du etwas machst, musst du daran glauben. Ohne Überzeugung funktioniert im Fußball nichts.“
Dass einige seiner Spieler ihn gar nicht mehr als Bayern-Profi erlebt haben, stört ihn nicht. Für Dante zählt nicht die Vergangenheit, sondern was er ihnen heute gibt. Eine seiner „wichtigsten Erkenntnisse“ verdankt er dabei Heynckes: „Ein Trainer ist zuerst Mensch.“

