„Deutschland braucht Musiala!“: Matthäus widerspricht Klopp und Müller deutlich

Lukas Neth
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Die Diskussion um Jamal Musiala nimmt kurz vor dem WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft weiter an Fahrt auf. Nachdem Jürgen Klopp und Thomas Müller öffentlich für einen Startelfeinsatz von Deniz Undav plädiert hatten, hat sich nun Lothar Matthäus deutlich auf die Seite des Bayern-Stars gestellt. Der Rekordnationalspieler hält die Debatte für problematisch – und kritisiert vor allem Klopp ungewöhnlich scharf.

Jamal Musiala gehört zu den meistdiskutierten Spielern im deutschen WM-Kader. Seit seiner Rückkehr nach der schweren Verletzung wird jede Leistung des Offensivspielers genau analysiert. Zwar zeigte der 23-Jährige zuletzt immer wieder seine außergewöhnliche Klasse, doch die Frage nach seiner optimalen Form begleitet ihn weiterhin.


Für Jürgen Klopp und Thomas Müller war dies offenbar Grund genug, über Alternativen nachzudenken.

Matthäus stellt sich klar hinter Musiala

Im Rahmen der WM-Berichterstattung bei MagentaTV hatten Klopp und Müller vorgeschlagen, Deniz Undav im Auftaktspiel gegen Curaçao hinter Kai Havertz aufzustellen und Musiala zunächst als Joker zu bringen.

Ein Vorschlag, der bei Matthäus auf wenig Verständnis stößt. „Ich war sehr überrascht, als ich las, dass Jürgen Klopp und Thomas Müller empfahlen, Deniz Undav anstelle von Jamal Musiala im Auftaktspiel einzusetzen. Ich akzeptiere ihre Meinung, kann sie aber nicht einfach so hinnehmen. Ich finde sie unsensibel“, erklärte Matthäus gegenüber der BILD.

Für den ehemaligen Weltfußballer steht außer Frage, dass Deutschland bei dieser Weltmeisterschaft auf Musiala angewiesen ist.

Die Haltung von Matthäus deckt sich dabei mit den aktuellen Planungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Nach Informationen der BILD gilt Musiala für den WM-Auftakt als gesetzt. In sämtlichen Trainingseinheiten der vergangenen Tage gehörte der Bayern-Profi zur vermeintlichen A-Elf und wurde konsequent als zentrale Kreativkraft eingeplant.

Nagelsmann verfolgt dabei einen klaren Ansatz: Musiala soll über Spielpraxis und Vertrauen seinen Rhythmus weiter finden.

Genau diesen Punkt hebt auch Matthäus hervor. „Für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft braucht Deutschland die Qualität von Musiala. Deshalb muss man ihm Vertrauen schenken und ihm Spielzeit geben“, betonte der 64-Jährige.

Kritik speziell an Klopp

Jürgen Klopp
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Besonders überraschend war die Schärfe seiner Aussagen in Richtung Jürgen Klopp.

Matthäus zeigte sich irritiert darüber, dass ausgerechnet ein Trainer von Klopps Format eine solche Diskussion öffentlich anstößt. „Gerade Jürgen Klopp sollte es besser wissen“, erklärte Matthäus und verwies darauf, wie sensibel Trainer normalerweise auf externe Einmischungen reagieren.

Aus seiner Sicht erschweren solche Debatten die Arbeit des Bundestrainers unnötig. „Klopps Kommentare machen Nagelsmanns Arbeit nicht gerade leichter“, so Matthäus.

Selbst Thomas Müller blieb von der Kritik nicht verschont.

Der langjährige Bayern-Profi hatte Undav ausdrücklich gelobt und dessen Einsatz empfohlen. Für Matthäus war dabei vor allem der Umstand bemerkenswert, dass Müller öffentlich über einen langjährigen Mitspieler diskutierte.

„Ich fand es auch etwas seltsam, wie Thomas Müller über Jamal Musiala sprach, seinen ehemaligen Teamkollegen, mit dem er zuletzt zusammengespielt hat“, erklärte der Rekordnationalspieler.

Am Samstagabend reagierte Klopp auf die entstandene Diskussion und bemühte sich um Klarstellung.

Es habe „offensichtlich ein paar Missverständnisse“ gegeben. Seine Aussagen seien keineswegs als Kritik an Musiala gemeint gewesen. „Das war null Komma null als Kritik gemeint“, stellte Klopp klar. Es sei nicht darum gegangen, Musiala aus der Mannschaft zu nehmen, sondern lediglich die vorhandenen Alternativen aufzuzeigen.

Über den Bayern-Star selbst fand Klopp ausschließlich positive Worte: „Musiala, den wir alle lieben.“

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