Bundesliga

Diese 4 Probleme muss Niko Kovac vor dem Augsburg-Spiel lösen

Niko Kovac
Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Am kommenden Samstag muss der FC Bayern auswärts beim FC Augsburg ran. Nach der 1:2-Heimniederlage vor zwei Wochen gegen die TSG Hoffenheim sind Niko Kovac und sein Team unter Zugzwang. Einen weiteren Patzer können und dürfen sich die Münchner im Derby nicht leisten. Der 48-jährige Kroate hat vor dem Augsburg-Spiel die eine oder andere Baustelle die er „beseitigen“ muss. Wir haben uns näher mit den aktuell vier größten Problemen von Niko Kovac beschäftigt.

Die knapp zweiwöchige Länderspielpause ist seit heute „offiziell“ beendet und am kommenden Wochenende rollt der Ball in der Fussball Bundesliga wieder. Der FCB hat ein straffes Programm im Oktober vor sich und startet am Samstag (15.30 Uhr, live auf Sky) mit einem Auswärtsspiel beim FC Augsburg in die bevorstehenden englischen Wochen.

Nach der 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim ging es hoch her beim FC Bayern, angefangen bei Javier Martinez, über den Hernandez-Zoff bis hin zur Debatte rund um Thomas Müller und dessen Rolle beim deutschen Rekordmeister. Niko Kovac muss in den kommenden Tagen Fingerspitzengefühl zeigen und die richtigen Entscheidungen treffen, damit er all diese Probleme und keine Unruhe an der Säbener Straße ausbricht.

Problem 1: Die Länderspielpause und der eingeschränkte Trainingsbetrieb

Insgesamt 14 Bayern-Profis waren in den vergangenen knapp zwei Wochen mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz. Auch die angeschlagenen bzw. verletzten David Alaba und Lucas Hernandez. Während Alaba nicht zum Einsatz kam für Österreich, spielte Hernandez zuletzt 90 Minuten gegen die Türkei durch und das obwohl sich die Verantwortlichen in München klar und deutlich dagegen ausgesprochen haben. Mit Thiago und Alphonso Davies kehren morgen die letzten beiden Nationalspieler zurück nach München.

Wie üblich nach solchen Länderspielpausen sind nicht alle Spieler körperlich bei 100 Prozent. Serge Gnabry plagte sich unter anderem in den vergangenen Tagen mit muskulären Problemen herum. Kovac muss ganz genau darauf achten welcher Spieler fit sind und welche Spieler gegen Augsburg zunächst auf der Bank Platz nehmen müssen. Mit Jerome Boateng, Javi Martinez und Thomas Müller hat er drei Optionen zur Verfügung, die nicht unterwegs waren, topfit und hoch motiviert sind.

Neben dem körperlichen Zustand konnte Kovac in den letzten beiden Wochen zudem kaum bis gar nicht trainieren. Während der ersten acht Tage in der Länderspielpause fanden nur zwei Trainingseinheiten statt. Es waren schlichtweg zu wenig Spieler aus der Profimannschaft verfügbar um ernsthaft zu trainieren. Dies war mit ein Grund, warum Kovac seinen Spielern vier Tage am Stück frei gab. Das Einstudieren neuer Systeme oder Spielzüge war somit nicht möglich.

Problem 2: Thomas Müller

Thomas Müller hat in den vergangenen Tagen für viel Aufsehen gesorgt, der 30-jährige ist mit seiner derzeitigen Reservistenrolle beim FCB unzufrieden. Zuletzt saß Müller fünf Mal in Folge auf der Bank und agierte als Edeljoker. Sollte der Angreifer gegen Augsburg erneut nicht starten, dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Müller wäre eine Startelf-Alternative für Philippe Coutinho. Kovac könnte den Wechsel zudem damit begründen, dass Coutinho mit der brasilianischen Nationalmannschaft in Asien im Einsatz war und eine kleine Pause zum „durchschnaufen“ braucht.

Nach dem CL-Spiel gegen Tottenham war Kovac bereits in einer ähnlichen Situation. Damals entschied er sich gegen eine Müller-Coutinho-Rotation, es wird spannend zu sehen ob er erneut „stur“ bleibt oder Müller eine Chance gibt sich zu beweisen.

Problem 3: David Alaba und Lucas Hernandez

Neben Thomas Müller muss Kovac auch entscheiden wie es mit David Alaba und Lucas Hernandez weitergeht. Die beiden Optionen auf der linken Abwehrseite fielen zuletzt verletzt aus und haben wenig Spielpraxis. Alaba kehrte diese Woche nach seinem Haarriss in der Rippe wieder zurück in das Mannschaftstraining und dürfte gegen Augsburg mit von der Partie sein. Sein letzten Spiel hat der Österreicher jedoch vor mehr als zwei Wochen bei der 7:2-Gala gegen Tottenham absolviert und das auch nur eine Halbzeit. Davor fehlte er bereits mit einem Muskelfaserriss.

Bitter aus Kovac-Sicht, auch Alaba-Backup Lucas Hernandez war zuletzt angeschlagen (Stressreaktion im Knie). Kurios ist jedoch, dass die Bayern Hernandez vor den Länderspielen als nicht „spieltauglich“ bezeichneten, dieser aber wenige Tage später dennoch für Frankreich zum Einsatz kam und beim 1:1 gegen die Türkei sogar durchspielte. Kovac (und die Bayern) sind in Sachen Hernandez in der Zwickmühle. Entweder man gesteht sich ein, dass der Franzose „plötzlich“ doch fit ist und spielen kann oder man verzichtet auf diesen um ihn weiterhin zu schonen. Sollten Alaba und Hernandez gegen Augsburg nicht starten/spielen, müsste Benjamin Pavard erneut links hinten aushelfen.

Problem 4: Karl-Heinz Rummenigge

Last but not least, gab es in der Länderspielpause einen erneuten Rüffel von Karl-Heinz Rummenigge in Richtung Niko Kovac. Der FCB-Vorstandboss kritisierte Kovac für seine „Notnagel“-Aussagen gegenüber Thomas Müller. Es ist nicht das erste Mal, dass Rummenigge seinen Trainer in der Öffentlichkeit „maßregelt“. Auch beim Transfer-Drama rund um Leroy Sane gab es bereits einen Rüffel, als Kovac den expliziten Wunsch äußerte Sane verpflichten zu wollen und andeutete, dass die Bayern diesbezüglich auf einem guten Weg sind. Ein Patzer in Augsburg würde das ohnehin sehr labile Verhältnis zwischen Kovac und Rummenigge sicherlich nicht stabilisieren.