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Winter-Transferperiode beim FC Bayern: Chaos pur oder trügerische Ruhe?

Winter-Transferperiode beim FC Bayern: Chaos oder Ruhe pur?
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In knapp zwei Monaten ist es wieder soweit, dann beginnt der Transfer-Wahnsinn von neuem. Auch beim FC Bayern könnte es diesen Winter mal wieder heiß hergehen. Neben den vielen unzufriedenen Spielern die den FCB verlassen könnten, könnten auch die Weichen für die beiden Leihspieler Coutinho und Perisic gelegt werden. Zudem wird die Personalie Leroy Sane sicherlich wieder ein Thema beim deutschen Rekordmeister sein.

Gefühlt ist die letzte Transferperiode im Sommer erst wenige Tage alt. Das Wechseldrama rund um Leroy Sane und der Transfer-Coup von Philippe Coutinho hat in den vergangenen Wochen und Monaten für ordentlich Aufsehen an der Säbener Straße gesorgt. Doch kaum ist Ruhe eingekehrt, droht es im Winter erneut „chaotisch“ zu werden.

Am 1. Januar 2020 beginnt die Winter-Transferperiode und Hasan Salihamidzic & Co. könnten einiges zu tun bekommen.

Müller, Boateng und Martinez: Was passiert mit den „Unzufrieden“?

Jerome Boateng (31), Javier Martinez (31) und Thomas Müller (30) waren einst alle drei Leistungsträger und Stammspieler beim deutschen Rekordmeister. Unter Niko Kovac spielen alle samt jedoch keine tragende Rolle mehr. Alle drei kommen nur noch sporadisch zum Einsatz, in der Regel von der Bank.

Jerome Boateng

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Während Boateng bereits vergangenen Sommer kurz vor einem Abschied aus München stand, könnte er im Winter mit seiner neuer Berateragentur einen weiteren Anlauf starten. Sollte der Innenverteidiger den FCB vorzeitig verlassen, dann in Richtung Ausland. In Sachen Ablöse wären die Bayern wohl gesprächsbereit.

Tendenz: Boateng wird die Bayern im Winter verlassen, vorausgesetzt er findet einen Abnehmer der bereit ist seine sportlichen und finanziellen Vorstellungen zu erfüllen.

Javier Martinez

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Javier Martinez geht es ähnlich wie Boateng, durch die zahlreichen Neuzugänge im Mittelfeld hat der Spanier seinen Stammplatz verloren. Martinez stand in seinen fünf Einsätzen in der laufenden Saison weniger als 30 Minuten auf dem Feld. Anders als Boateng gibt es bis dato noch keinerlei Gerüchte über einen möglichen Abschied. Der Baske ist jedoch sichtlich unzufrieden mit seiner Reservistenrolle. Eine Rückkehr in seine Heimat im Winter ist nicht ausgeschlossen. Ähnlich wie bei Boateng werden die Bayern Martinez bei einem entsprechenden Angebot wohl keine Steine in den Weg legen.

Tendenz: Martinez wird im Winter das „klärende“ Gespräche mit den Verantwortlichen suchen und im Anschluss aller Voraussicht nach den Markt sondieren. Ein Transfer in seine spanische Heimat ist durchaus realistisch.

Thomas Müller

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Deutlich komplizierter ist es indes bei Thomas Müller. Der Ur-Bayer hat vor kurzem seine Unzufriedenheit öffentlich kund getan. Die einstigen Zeiten in denen „Müller immer spielt“ sind längst vorbei. Sommer-Neuzugang Philippe Coutinho hat Müller mittlerweile den Rang im offensiven Mittelfeld abgelaufen. Der ehemalige deutsche Nationalspieler ist jedoch niemand der den Kopf in den Sand steckt. Zumal auch FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor kurzem noch betonte, dass Müller auch in Zukunft eine wichtige Rolle beim deutschen Rekordmeister spielen wird.

Sollte sich an seiner Situation und vor allem Einsatzzeiten bis zum Winter nichts ändern, wird auch Müller das Gespräch mit Niko Kovac & Co. suchen. Mit einer dauerhaften Reservistenrolle gibt sich der Weltmeister von 2014 eigenen Aussagen zufolge nicht zufrieden. An Interessenten für den Offensivspieler dürfte es nicht mangeln.

Tendenz: Vollkommen offen. Die Verantwortlichen möchten Müller halten, unter Kovac gehört der Offensiv-Allrounder jedoch nicht mehr zum Stammpersonal. Die kommenden Wochen werden darüber entscheiden wie es mit Müller weitergeht.

Die Leihspieler: Tut sich was bei Coutinho und Ivan Perisic?

Während man auf der einen Seiten Lösungen für die „Unzufriedenen“ und potenziellen Abgänger finden muss, gibt es aber durchaus auch etwas in Sachen „Neuzugänge“ zu tun. Mit Philippe Coutinho und Ivan Perisic hat der FCB derzeit zwei Leihspieler in seinen Reihen die nur bis zum 30. Juni 2020 vertraglich an die Münchner gebunden sind.

Philippe Coutinho

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Coutinho mag die Bayern, die Bayern mögen Coutinho, allen voran Cheftrainer Niko Kovac. Stand heute deutet alles darauf hin, dass der FCB den Brasilianer im Sommer fest verpflichtet und die fixierte Kaufoption in Höhe 120 Millionen Euro zieht. Der 27-jährige hat in seinen ersten Wochen in München einen starken Eindruck hinterlassen. Es ist offensichtlich, dass Coutinho das bayerische Offensivspiel bereichert und nicht nur die Fans und Verantwortlichen sind mit seinen gezeigten Leistungen zufrieden, auch die Mitspieler berichten nur positives über den Spielmacher.

Tendenz: Durch die fixierte Kaufoption besteht kein Zeitdruck in Sachen Coutinho-Transfer. Der FCB hält die Karten in der Hand und kann in Ruhe abwarten wie der Brasilianer in der heißen Phase der Saison, im kommenden Frühjahr bei den wichtigen Spielen in der Champions League performt. Sollte der Brasilianer weiterhin so groß aufspielen, dürfte er im Sommer zum teuersten Transfer in der Geschichte des FC Bayern werden.

Ivan Perisic

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Als Notnagel verpflichtet, als echter Glücksfall gefeiert. Ivan Perisic ist nicht Leroy Sane, dennoch macht der Kroate seine Sache bisher mehr als ordentlich beim FC Bayern. Er spielt, trifft und bereitet andere Tore regelmäßig vor. Zudem ist der 30-jährige Kroate der ideale Backup, da er seine Rolle im Team kennt und keine Startelf-Ansprüche stellt, wie unter anderem Thomas Müller. Auch seine Flexibilität ist goldwert, Perisic kann auf beiden Flügeln spiele und zur Not auch in der Sturmzentrale. Der Vize-Weltmeister galt im Sommer als Wunschspieler von Niko Kovac.

Tendenz: Ähnlich wie bei Coutinho haben die Bayern auch bei Perisic keinen Druck. Auch hier hält man eine fixierte Kaufoption, welches es dem FCB ermöglicht Perisic für 25 Millionen Euro fest zu verpflichten. Dass die Bayern mit diesem Gedanken spielen, hat Karl-Heinz Rummenigge vor kurzem angedeutet. Ob es dazu kommt hängt primär von Perisic und dessen Leistungen im weiteren Saisonverlauf ab.

Leroy Sane: Versuchen es die Bayern im neuen Jahr erneut?

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Last but not least müssen wir uns natürlich auch mit der Personalie Leroy Sane beschäftigen. Der deutsche Nationalspieler stand im Sommer unmittelbar vor einem Wechsel zum FC Bayern, bis er sich das Kreuzband riss. Seit dem kursieren nahezu täglich neue Gerüchte und Spekulationen in den Medien über seine sportliche Zukunft.

Fakt ist, Sane hat nur noch einen Vertrag bis zum Sommer 2021 bei Manchester City. Während der englische Meister diesen gerne vorzeitig verlängern würde, zögert der 23-jährige noch. Sane scheint sich unsicher zu sein wo seine Zukunft liegt. Medienberichten zufolge besteht nach wie vor den Kontakt zwischen dem FCB und Sane. Uli Hoeneß verriet jedoch vor kurzem, dass die neue „Chefs“ in München (Oliver Kahn und Herbert Hainer) in Sachen Sane das sagen haben.

Tendenz: Die Bayern befinden sich (erneut) in Lauerstellung bei Leroy Sane, so wie schon im vergangenem Sommer. Durch seine Kreuzbandverletzung ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass es im Winter zu einem Transfer kommt. Die Verantwortlichen werden zunächst einmal abwarten wie sich Sane nach seiner schweren Verletzung präsentiert. Ein neuer Anlauf im Sommer 2020 scheint indes deutlich mehr Sinn zu machen aus Sicht des FC Bayern.